Was werden wir in der Ewigkeit tun?

Wir befinden uns auf einem Weg der Ewigkeit, das heißt auf einem Weg in die Ewigkeit. Doch was genau erwartet uns am Ende dieses Weges? Was werden wir tun, wenn unsere irdische Reise zu Ende ist?

Eine auf unbestimmte Zeit verlängerte Frist ist nicht wirklich wünschenswert

Die Ewigkeit kann zum Träumen anregen, sie kann aber auch Angst machen: Besteht nicht die Gefahr, dass sie furchtbar langweilig wird? Man sagt übrigens von etwas, das sich übermäßig in die Länge zieht, dass es „eine Ewigkeit dauert“. Man wird dann – ein weiterer bedeutungsschwerer Ausdruck – versuchen, „die Zeit totzuschlagen“. Und auch wenn die Mythen fast aller Zivilisationen von einer Suche nach der Ewigkeit zeugen – man denke beispielsweise an das Gilgamesch-Epos in der mesopotamischen Zivilisation –, ist diese Ewigkeit bei genauerer Betrachtung nicht besonders erstrebenswert. Denn was im Grunde den Wert unseres Lebens ausmacht, was ihm seine Bedeutung verleiht, ist gerade sein Charakter der Dringlichkeit. Könnten wir das Leben wirklich genießen, wenn dieses Leben kein Ende hätte, wenn es sich unendlich fortsetzen würde? Wahrscheinlich nicht. Und uns allen kommt das Beispiel älterer oder hochbetagter Menschen in den Sinn, die sich sehr bewusst sind, dass sie „ihre Zeit abgesessen haben“, und die friedlich darauf warten, dass der Herr sie zu sich holt.

Die Ewigkeit ist eine Fülle

Doch gerade die Ewigkeit ist keine endlose Fortsetzung unseres irdischen Lebens. In der Ewigkeit gibt es keine Zeit, kein „vorher“ und kein „nachher“. Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen, dass sie ein Punkt und keine Linie ist; dass sie ein Sein und kein Tun ist. In Bezug auf die Ewigkeit verwendet die Heilige Schrift verschiedene Bilder, insbesondere das des Hochzeitsmahls und der himmlischen Liturgie. Doch es handelt sich dabei natürlich nicht um eine Reihe von Aktivitäten, die uns im Jenseits angeboten würden, um nicht in tödliche Langeweile zu versinken. Diese Bilder verweisen vielmehr auf eine Intensität des Lebens, der Liebe und der Nähe zum Geliebten – allesamt Erfahrungen, von denen wir in diesem Leben bereits einen Vorgeschmack erhalten können, die wir jedoch im Jenseits in ihrer ganzen Fülle genießen werden. In der Ewigkeit werden wir durch die Anschauung Gottes erfüllt sein; wir werden Ihn dann so sehen, wie Er ist. Wie sehr freuen wir uns auf die Ewigkeit!

Autor: Don Bertrand Lesoing

Quelle: „Chemins d’Éternité“ Nr. 284, Januar/Februar 2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert